Ad? Busted.

Foto: Kai Jünemann/SpOn

Nach der gestrigen Mode-Masturbation, werde ich heute den anderen Teil der Drohung wahr machen müssen.
Ab und zu stehe sogar ich zu meinem Wort. Vor allem dann, wenn es zum Leidwesen meiner Mitleser geschieht.
Ein Hoch auf den Sadismus. Ebenso ein Hoch auf gesellschaftskritische, ausgefallene Kunst. Aktionskunst. Wobei die Kunst dabei eher nebensächlich ist..

Lasst uns also zusammen dieses meiner Steckenpferde einreiten. Da wir uns ja einreden, die jungen Wilden zu sein, habe ich für diesen Ausritt ein ebenso wildes wie kontroverses Hottehü ausgesucht. Die metaphorische Rede ist von der Pariser Straßenkünstlerin Princess Hijab. Das erste Mal mit ihr hatte ich im KulturSpiegel – ein  Wiedersehen gab es vor nicht all zu langer Zeit bei einer Reportage über Streetart auf Arte. (Fest steht leider, dass das Arte+7 Limit dafür überzogen ist – sollte es mal eine Wiederholung geben, lasst es mich wissen – oder vice versa. Auf Spiegel Online findet sich jedoch der Artikel aus dem KulturSpiegel und eine sehenswerte Fotostrecke.)

Princess Hijab hat es sich zum mitternächtlichen Lebensinhalt gemacht, die Pariser Metro zu durchstreifen und mit Markern, Sprühdosen, Stencils oder Stickern die ästhetische Werbewelt umzugestalten. Mit muslimischen Schleiern. Und Burkas. Zwei Fliegen mit einer Klappe also. Denn wenn schon Leuten auf die Füße treten – dann auch richtig. Wie ein übergewichtiger Mann in einer überfüllten Großraumdiskothek.

Da ich leider nicht das Vergnügen hatte, persönlich auf diese interessante Künstlerin zu treffen, kann ich hier nur einen Abriss über jene Erkenntnisse präsentieren, die ich mir über einige Blogs und den Spiegel-Artikel zusammenreimen konnte. Reimen kann ich übrigens fein. Und recyclen. Und längst vergessene Themen ausgraben. Aber macht ja nichts. Wer so spät anfängt, seinen Hirnschutt in den Untiefen des Netzes abzuladen, der besitzt da sicherlich eine gewisse Narrenfreiheit. Und ein freier Narr bin ich sowieso.

Princess Hijab hatte mal eine Myspace-Seite, derzufolge sie 21 und weiblich sei. Sie führte mal ein Interview mit radio france internationale. In der arte’schen Dokumentation präsentierte sie sich als bunt-berobtes Phantom mit roter Langhaarperücke, das gleich einer mythischen Gestalt auftaucht, die Werbewelt ins Verderben zu stürzen. Und rebel:art zitiert ihr Manifest.

This is the story of a young woman fighting every day for a noble cause: she wants to “hijabize” advertising. Princess Hijab knows that L’Oréal and Dark&Lovely have been killing her little by little. She feels that the veil is no longer that white. She feels contaminated. When she was a teen, she heard about movements such as Adbuster; but since 9/11, things have changed. She does not subvert images in an American way. Princess Hijab will go on, veiled and alone, forever asserting her physical and mental integrity. By day, she wears a white veil, symbol of purity. By night, her black veil is the expression of her vengeful fight for a cause (custom ad). With her spray paint and black marker pen, she is out to hijabize advertising. Even Kate Moss is targeted. She knows all about visual terrorism! And she will not spare her right of expression for the likes of publicists. Make sure that all advertising can be hijabized “ ‘cause that’s her fight Jihad is her art”. And don’t forget, she acts upon her own free will. She is not involved in any lobby or movement be it political, religious or to do with advertising. In fact, the Princess is an insomniac-punk. She is the leader of an artistic fight, nothing else.

Von meiner Warte aus, kann ich nur noch ein wenig Senf dazu geben. Oder Ketchup und Mayo. Für Pommes Schranke. Princess Hijab geistert durch Paris und betreibt auf kontroverse Art Adbusting vom Feinsten – so unreflektiert mir also ihre “Schmierereien” gefallen, so kritisch betrachtet sie manch anderer. Apropos Schmierereien. So viel Geduld bei solch Unmengen an Text, soll ja auch visuell belohnt werden. Und apropos zum Quadrat, werde ich auch mal belohnt?

Fotos: rebel:art

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    • Max
    • 1. Jun. 2010

    Ganz schöner ASCII-Art-Fail. Und extrem unnötig. Dankeschön. :)

  2. Also:
    Ich liebe euren Blog!
    Ihr braucht en Besucherzähler!
    Ich könntet ein Gästebuch haben!
    Ich liebe euren Blog!

    • Dampfklon
    • 3. Jun. 2010

    Max :
    Ganz schöner ASCII-Art-Fail. Und extrem unnötig. Dankeschön.

    Was kann ich dafür wenn eure Software ein einziger FuckUP ist!

    BTW Erkannt?

    • Max
    • 3. Jun. 2010

    Na klar. Sonst wäre ich ja nicht so dankbar. Außerdem: I know me some /b/

    @Tim aka Tom aka Tim Tommason der einfühlsame Cousin von Cpt. Hero
    Wir lieben dich doch auch!

  3. cool :-)

  4. nice!

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